LES NOMADES DU SOLEIL

LES NOMADES DU SOLEIL

1955

44 min

16 mm

Henry Brandt

Les Nomades du soleil (Nomaden der Sonne)

Dieser ethnographische Film folgt den wandernden Herden des Volksstammes Wodaabe, dessen Leben vom Wechsel zwischen Trockenzeit und Regenzeit bestimmt wird. Als Teil eines Multimedia-Projektes erzählt der Mittellangfilm den Alltag dieses Nomadenvolkes, dessen Hauptrituale sich in der „Zeit des grünen Grases“ abspielen. Die Vorbereitung und der Ablauf des jährlich stattfindenden Festes Guérewol werden vom Regisseur sorgfältig festgehalten. Dabei handelt es sich um ein mehrtägiges Brautwerbungsritual, anlässlich dessen die Männer Schmuck anlegen und sich schminken, um sich unter den Blicken ihrer Heiratsanwärterinnen und der Mitglieder der Gemeinschaft Gesängen und Tänzen hinzugeben. Der Regisseur versteht sich als Zeuge einer Welt, die im Verschwinden begriffen ist: „Wie lange noch werden die Wodaabe ihre prachtvolle und bedrohte Unabhängigkeit aufrecht erhalten können?“ (GD)

 

Les Nomades du soleil (Nomaden der Sonne)
Schweiz, 1955, 44 min, 16 mm
Von Henry Brandt
Auftraggeber: Ethnographisches Museum Neuenburg
Leitender Kameramann: Henry Brandt
Restaurierung: Schweizer Filmarchiv 2016 (mit Unterstützung von Memoriav)

LES HOMMES DES CHÂTEAUX

LES HOMMES DES CHÂTEAUX

1955

21 min

16 mm

Henry Brandt

Les Hommes des châteaux (Die Menschen aus den Burgen)

Im Anschluss an seinen ethnographischen Auftrag in der Sahara dreht Henry Brandt diesen Kurzfilm, der einen Bestattungsritus zeigt, sowie den Alltag der sesshaften Gesellschaft des Volksstammes Batammariba im Norden von Dahomey, dem heutigen Benin. Der Regisseur räumt den „wunderbaren Bestattungstänzen“ der Frauen und Männer einen wichtigen Stellenwert ein und betont die Einzigartigkeit der traditionellen Bauwerke dieser Gesellschaft - der „Burgen“ des Titels. Diese vom westlichen Betrachter als vornehm wahrgenommenen architektonischen Werke stehen im Gegensatz zu dem beinahe vollständigen Verzicht auf jeglichen Schmuck bei den Batammariba, die sozusagen nackt leben. Wenn der Film zusammen mit Les Nomades du soleil (Nomaden der Sonne) als Lichtshow vorgeführt wird, sprechen die beiden exotisch anmutenden Filme alle Sinne an. (GD)

 

Les Hommes des châteaux (Die Menschen aus den Burgen)
Schweiz, 1955, 21 min, 16 mm
Von Henry Brandt
Leitender Kameramann: Henry Brandt
Restaurierung: Schweizer Filmarchiv 2018 (mit Unterstützung von Memoriav)

QUAND NOUS ÉTIONS PETITS ENFANTS

QUAND NOUS ÉTIONS PETITS ENFANTS

1961

1h31

16 mm

Henry Brandt

Quand nous étions petits enfants (Die Bubenjahre)

Dieser abendfüllende Film, der von der Société pédagogique neuchâteloise (Neuenburger pädagogische Gesellschaft) in Auftrag gegeben wurde, zeigt den Alltag einer Schulklasse mit 9 Jahrgangsstufen in Les Taillères, einem kleinen Teilort von La Brévine. Henry Brandt filmt dort ein Jahr lang den Unterricht des Lehrers Charles Guyot. Im Rhythmus der Jahreszeiten wird der malerische Alltag des Dorfes und seiner Schüler dargestellt. Indem sich der Filmemacher auf eine sehr vertrauensvolle Beziehung zu der Schulklasse einlässt, gelingt es ihm, die Unterrichtsatmosphäre der schlichten Einrichtung einzufangen. In Anlehnung an das Konzept des französischen Pädagogen Célestin Freinet verzichtet der Lehrer in seinem Unterricht auf eine zu abstrakte Wissensvermittlung und fördert Gruppenarbeit und die freie Ausdrucksweise. Dieses ergreifende Werk, das von Brandt in der französischen Schweiz verbreitet wurde, kam beim Publikum sehr gut an und prägte die Einwohner der Region nachhaltig. (LS))

 

Quand nous étions petits enfants (Die Bubenjahre)
Schweiz, 1961, 1 h 31 min, 16 mm
Von Henry Brandt
Auftraggeber: Société pédagogique neuchâteloise (Neuenburger pädagogische Gesellschaft)
Restaurierung: Schweizer Filmarchiv 2018 (mit Unterstützung von Memoriav und RTS)

LA SUISSE S’INTERROGE

LA SUISSE S’INTERROGE

1964

22 min

16 mm

Henry Brandt

La Suisse s’interroge (Die Schweiz im Spiegel)

La Suisse s'interroge (Die Schweiz im Spiegel) ist eine Reihe aus fünf Kurzfilmen, die auf dem Weg der Schweiz, einer der Hauptattraktionen der Expo 64, vorgeführt wurden. Henry Brandt demontiert das idealisierte Bild von der Schweiz, das nicht nur von Bürgern sondern auch von Ausländern gepflegt wird. Das Werk bietet einen Rundgang mit wechselnden Bildschirmkombinationen und Formaten: La Suisse est belle (Die Schweiz ist schön) wird im Breitbildformat und in Farbe gezeigt, Problèmes (Probleme) in Schwarz-Weiß und auf 16 mm. Der einzige Spielfilm in der Karriere des Regisseurs, La Course au bonheur (Der Weg zum Glück), zeichnet das Portrait einer materialistischen Familie. Croissance (Wachstum) teilt sich in Farbe auf drei Bildschirme auf. Der Rundgang endet in Schwarz-Weiß mit einer Installation aus zwei Bildschirmen mit dem Film Ton pays est dans le monde (Dein Land ist Teil der Welt). Fünf Filme, die von einer erstaunlichen Ausdrucksfreiheit im Rahmen dieser Auftragsarbeit zeugen. (GD)

 

La Suisse s’interroge (Die Schweiz im Spiegel)
Schweiz 1964, 22 min, dreisprachige Originalversion (frz./dt./ital.), 16 mm
Von Henry Brandt Mit Corinne Coderey, Bernard Junod, Christophe Brandt
Auftraggeber: Landesausstellung 1964 in Lausanne
Leitender Kameramann: Henry Brandt Restaurierung: Schweizer Filmarchiv 2018 (mit Unterstützung von Memoriav)

LES HOMMES DE LA MONTRE

LES HOMMES DE LA MONTRE

1964

33 min

16 mm

Henry Brandt

Les Hommes de la montre (Menschen und Uhren)

Ausgehend von der zentralen Frage „Was bedeutet es für Herz und Verstand, den ganzen Tag über denselben Handgriff zu wiederholen?“ stellt Henry Brandt die Automatisierung der Arbeit in den Mittelpunkt dieses Kurzfilms, der zwischen 1960 und 1963 entstanden ist. Er gliedert sich in drei Teile, die die drei Zeitalter der Uhrmacherei veranschaulichen: Das traditionelle Zeitalter mit einem Arbeiter aus dem bäuerlichen Milieu, das moderne Zeitalter, in dem die Tätigkeit der Arbeiter vom Rhythmus der Maschinen bestimmt wird, und schließlich die Zukunft, in der die Werkzeuge von Ingenieuren optimiert werden. Obwohl es sich um einen Auftrag der Neuenburger Firma Ebauche SA handelt, sind der schöpferischen Freiheit von Henry Brandt keine Grenzen gesetzt. In diesem Sinne bietet er eine kritische Auseinandersetzung mit der Entwicklung des Uhrmacherberufs, an die sich die Hoffnung auf eine baldige Befreiung der Arbeiter dank der Automatisierung anschließt. (GD)

 

Les Hommes de la montre (Menschen und Uhren)
Schweiz, 1964, 33 min, 16 mm
Von Henry Brandt
Auftraggeber : Ebauche SA Scannen: DAV 2021

VOYAGE CHEZ LES VIVANTS – L’AVENTURE DES HOMMES

VOYAGE CHEZ LES VIVANTS – L’AVENTURE DES HOMMES

1970

1h39

35 mm

Henry Brandt

Voyage chez les vivants – L’Aventure des hommes (Der Blaue Planet – Der Mensch und seine Welt)

Mit Unterstützung der Weltgesundheitsorganisation zeichnet Henry Brandt das Porträt einer Menschheit, die sich in der Mitte der Sechzigerjahre in einer Umbruchphase befindet: Eine Zeit der Kontraste, in der nur noch wenige Flugstunden die Reichen von den Notleidenden trennen und die Wohlstandsgesellschaften auf die aus der Entkolonialisierung hervorgegangenen Nationen treffen. Während im Westen die Jugend aufbegehrt und in Scharen die moralischen Werte der Elterngeneration verwirft, ist das Leben für die meisten Männer und Frauen ein ständiger Kampf ums nackte Überleben. Mit einem kleinen Team reist Brandt zwei Jahre lang durch die Welt und kehrt mit einem umfangreichen Bildmaterial zurück, das er auch im Fernsehen präsentiert. Doch dieses beispiellose Projekt, das nach dem Erfolg des Regisseurs bei der Expo 64 mit Spannung erwartet wurde, entpuppt sich nach einer langen Phase des Schnitts als kommerzieller Reinfall. (LS)

 

Voyage chez les vivants – L’Aventure des hommes (Der Blaue Planet – Der Mensch und seine Welt)
Schweiz, 1970, 1h39, mit frz./engl. Untertitelung, gedreht auf 16mm und veröffentlicht auf 35mm
Von Henry Brandt
Auftraggeber: Weltgesundheitsorganisation (WHO)
Leitender Kameramann: Jean-Luc Nicollier
Restaurierung: Schweizer Filmarchiv 2020 (mit Unterstützung von Memoriav)

S. CORINNA BILLE ET MAURICE CHAPPAZ

S. CORINNA BILLE ET MAURICE CHAPPAZ

1973

49 min

16 mm

Henry Brandt

S. Corinna Bille et Maurice Chappaz
(Erinnerungen von Corinna Bille und Maurice Chappaz)

Diese Reportage über Corinna Bille und Maurice Chappaz wurde in Begleitung des Journalisten Gérald Mury für das Magazin En personne des Fernsehsenders Télévision suisse romande gedreht. Das am 6. Februar 1973 ausgestrahlte Porträt zeigt das Schirftstellerpaar, das abseits von der Gesellschaft in seinem Haus im Pfynwald im Kanton Wallis lebt. Der erste Teil widmet sich ihrer Beziehung und den finanziellen Problemen, die sie zu bewältigen hatten, während sich der zweite auf die literarische Tätigkeit konzentriert. Als etablierter Schriftsteller spricht Maurice Chappaz über Themen, die er in seinem Werk immer wieder aufgreift, wie z. B. den Wandel, den der Kanton Wallis auf seinem Weg in die Moderne erfährt. Corinna Bille wird ein kürzerer Zeitraum gewährt, und ihr Werdegang wird eher aus persönlicher als aus literarischer Perspektive beleuchtet. Die Walliser Landschaften begleiten die gesamte Reportage, sowohl optisch als auch in den literarischen Schilderungen der beiden Schriftsteller, und untermalen das vermittelte Bild eines in gesellschaftlicher Abgeschiedenheit lebenden Paares. (GD)

 

S. Corinna Bille et Maurice Chappaz (Erinnerungen von Corinna Bille und Maurice Chappaz)
Schweiz, 1973, 49 min, 16 mm
Von Henry Brandt
Remastering : RTS

LA MAISON OUVERTE

LA MAISON OUVERTE

1973

53 min

16 mm

Henry Brandt

La Maison ouverte (Das offene Haus)

Diese Reportage, die für das Magazin Aujourd'hui des Fernsehsenders Télévision suisse romande gedreht wurde, befasst sich mit einer einzigartigen Wohngemeinschaft in Cologny, einer wohlhabenden Genfer Vorstadtgemeinde. Mit leichter Ausstattung begleiten Brandt und der Journalist Guy Ackermann zwei Paare sowie deren Kinder und Freunde. Diese haben sich für eine alternative Lebensweise entschieden, die vollkommen von den sozialen Normen der damaligen Zeit abweicht. Brigitte und Dominique, das erste Paar, sind leidenschaftliche Hobby-Weber und haben beide Halbzeitstellen. Von dem zweiten Paar widmet sich Franceline voll und ganz Ihrem Beruf als Ärztin, während René die Hausmann- und Vaterrolle übernimmt. Im Umkreis dieser vier Mitdreißiger wimmelt es von Freunden und Bekannten, die im Haus beliebig ein und aus gehen. Dieses offene Haus versteht sich als alternative Gestaltung der Beziehung zwischen Mensch und Umwelt und stellt eine innovative und gemeinschaftliche Erfahrung dar, die in krassem Gegensatz zu einem Leben in der Sozialwohnung steht. (LS)

 

La Maison ouverte (Das offene Haus)
Schweiz, 1973, RTS, 53 min, 16 mm
Von Henry Brandt

LE DERNIER PRINTEMPS

LE DERNIER PRINTEMPS

1977

1h29

16 mm

Henry Brandt

Le Dernier Printemps (Der letzte Frühling)

Dieser Dokumentarfilm, der von der Loterie Romande in Auftrag gegeben wurde, berichtet über die Lebenswirklichkeit der Senioren in einer Gesellschaft mitten im demografischen Wandel. Der Filmemacher bereitet sein Thema sorgfältig vor und interviewt Senioren aus allen Gesellschaftsschichten: Ehemalige Mitglieder des Bundesrates, die voller Stolz auf ihre glanzvolle Karriere zurückblicken, Bewohner eines Seniorenheimes oder auch eine betagte Dame, die in der Einsamkeit ihrer Genfer Stadtwohnung lebt. Trotz dieser scheinbaren Heterogenität scheinen die Mitglieder dieser Generation, die um die Wende zum 20. Jahrhundert geboren wurde, eines gemeinsam zu haben: Das Gefühl der Ausgrenzung. Durch die Gegenüberstellung dieser Gespräche mit den häufig anklagenden Erfahrungsberichten junger Menschen, die sehr unnachgiebig über die Alten und die Kluft zwischen den Generationen urteilen, geht Brandt über die bloße Feststellung eines Missstands hinaus. (LS)

 

Le Dernier Printemps (Der letzte Frühling)
Schweiz, 1977, 1h29, gedreht auf 16mm und veröffentlicht auf 35mm
Von Henry Brandt Auftraggeber: Loterie Romande
Leitender Kameramann: Willy Rohrbach
Restaurierung: Schweizer Filmarchiv 2019 (mit Unterstützung von Memoriav)

LE BLÉ DES PHARAONS

LE BLÉ DES PHARAONS

1987

32 min

16 mm

Henry Brandt

Le Blé des pharaons (Pharaonengetreide)

Dieser Kurzfilm inszeniert einen Dialog zwischen elf jungen Menschen unter 20 und zwei Senioren, Paul Golay, 83, und Rosi Weill, 72. Mit seinem letzten Werk verfolgt der Filmemacher das Anliegen, ein besseres Verständnis zwischen den Generationen zu fördern und über Gräben hinweg Brücken zu schlagen. Die in einem Chalet versammelte Gruppe diskutiert sehr offen über unterschiedliche, häufig intime Themen, wie Sexualität, Ehe oder Zukunft der Gesellschaft. Unter die Gesprächsszenen mischen sich Bilder vom geselligen Zusammensein der generationsübergreifenden Gruppe, die schließlich gemeinsam Walzer tanzt. Im Gegensatz zu zahlreichen Filmen des Regisseurs, in denen er den nicht-interventionistischen Ansatz des Cinéma Vérité übernommen hat, tritt Brandt hier persönlich auf und inszeniert sich als Vermittler. (GD)

 

Le Blé des pharaons (Pharaonengetreide)
Schweiz, 1987, 32 min, 16 mm
Von Henry Brandt Auftraggeber: Pro Senectute Suisse, Bundesamt für Kultur (BAK), Club Soroptimist International Neuenburg
Leitender Kameramann: Willy Rohrbach
Scannen: Schweizer Filmarchiv 2020